Projektname:

Dokumentation "Von der friedlichen Revolution zur deutschen Einheit in der Lutherstadt Eisleben"

Projektträger:

Heimatverein Volkstedt e.V.
Herr Dr. Lauenroth
Markt 16
06295 Lutherstadt Eisleben

Telefon: 03475-25 00 50
Fax: 034 64-25 00 50

Mittel aus dem lokalen Aktionsplan:

5400,00 €

Projektdauer:

15.05.2010 - 31.12.2010


Projektinhalte

Zwanzig Jahre nach den historischen Ereignissen im Herbst 1989 wurde mit dem Mikroprojekt begonnen, diese Zeit in der Lutherstadt Eisleben mit den Mitteln des Historikers aufzuarbeiten. Es ist gewissermaßen ein Fallbeispiel für die "friedliche Revolution" auf lokaler Ebene in einer ehemaligen DDR-Kreisstadt. Diese Ereignisse vor zwanzig Jahren, die allmählich verblassen, sollen der Nachwelt erhalten und bewusst gemacht werden. Wir wollen den mutigen Männern und Frauen dieser bewegten Zeit einen ihnen gebührenden Platz in der Regionalgeschichte zuweisen.
Gerade das "bürgerschaftliche Engagement", das auch heute sehr gefragt ist, hat damals zu dem Zusammenbruch der SED-Diktatur auch vor Ort geführt. Es ist ein Verdienst der evangelischen Kirche unter Pfarrer Leipoldt, der katholischen Kirche unter Pfarrer Tautz, des Neue Forums und der neu gegründete SPD in Eisleben sowie vieler Bürger der Lutherstadt, dass durch ihren persönlichen Einsatz der friedliche Übergang von einer Diktatur in die Demokratie erreicht wurde.
Der heutigen Jugend, die die damalige Zeit nicht persönlich erlebt hat, möchten wir mit Hilfe der Dokumentation die Personen, die Ereignisse, Fakten und Zahlen dieser bewegten Zeit nahe bringen. Somit bieten wir eine wichtige Grundlage, mit deren Hilfe sich die heutige Jugend mit diesem wichtigen Ereignis der deutschen Geschichte vertraut machen kann. Den Geschichts-lehrern bieten wir "historischen Stoff" an, der es ihnen ermöglicht, Schülern über lokale Ereignisse auch die gesamtnationale Entwicklung in dieser Zeit aufzuzeigen.

Im beantragten Projektzeitraum sollen die Ergebnisse des jetzt laufenden Mikroprojekts zum Thema "Die Friedliche Revolution zur deutschen Einheit in der Lutherstadt Eisleben" fortgeführt werden. Die Materialsammlung soll abgeschlossen und das Material zu einer Publikation Dokumentation verdichtet werden. Der Themenkreis wird auf den Ortsteil Volkstedt der Lutherstadt Eisleben ausgeweitet.
Im laufenden Projekt wurde eine umfangreiche Materialsammlung aufgearbeitet (ca. 2 dicke Leitzordner). Auf dieser Grundlage entstanden ca. 30 Seiten Text, in dem thesenartig die Zeit von Mitte 1989 bis Mitte 1990 dargestellt wird. Diese Teilergebnisse, insbesondere zur friedlichen Revolution im Herbst 1989, wurden in Gedenkveranstaltungen in der Lutherstadt Eisleben, in Herne und in Raismes vorgestellt. Sowohl in Herne als auch in Raismes, hier insbesondere durch Prof. Jérome Vatllant (Universität "Charles De Gaulle" in Lille), der das Hauptreferat hielt, wurden die Ausführungen über den Verlauf der friedlichen Revolution in Eisleben sehr interessiert verfolgt.
Im laufenden Projekt wurde ein Fragekatalog für Schüler der Katharinenschule (3 Klassenzüge) ausgearbeitet, auf deren Grundlage das "aktuelle" Wissen über die damalige Zeit erfragt wurde. Eine Gruppe von 8 Schülern arbeitet begleitend an dem Projekt mit. Befragungen von "aktiven" Teilnehmern der friedlichen Revolution in Eisleben werden im Dezember 2009 durchgeführt. Zwischenzeitlich wurde das Martin Luther Gymnasium in das Projekt einbezogen.

In der Publikation sollen die Ereignisse in der Lutherstadt Eisleben in dem Zeitraum vom Herbst 1989 bis Mitte 1990 dargestellt werden. Hierbei wollen wir sowohl die regionalen Ereignisse als auch die gesamtnationalen Prozesse aufzeigen und miteinander vergleichen. Durch die Einbeziehung von Schülern der Katharinenschule in diesem Jahr und von Schülern des Luther-Gymnasiums im kommenden Jahr (2010) wollen wir die Kenntnisse dieser Zeit vertiefen und erweitern. Zugleich wollen wir hierdurch auch gewisse Hemmschwellen erkunden, warum die Geschichte dieses Zeitraums nicht das gebührende Interesse findet.
Die damals aktiven Teilnehmern der friedlichen Revolution und vor allem das Verdienst der Kirchen muss bewusst gemacht werden. Die Kirchen waren der Ausgangspunkt der Montags-Friedensgebete, der Ort des Schutzes, aber auch der Ort des Glaubens und der Hoffnung für viele demokratische Menschen in der ehemaligen DDR. In der Lutherstadt Eisleben wurde bereits Mitte Oktober 1989 mit den Friedensgebeten begonnen. Zugleich möchten wir den Menschen unserer Region die historische Chance plastisch vor Augen führen, die sich in diesem Prozess bot, die durch den Krieg entstandenen beiden deutschen Saaten zu vereinen. Wir wollen gewissermaßen die Aussage von Willy Brandt "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört" aus der Sicht der Lutherstadt Eisleben darstellen.
Wir wollen auch einen Beitrag leisten, um den Mythus der "guten DDR" abzubauen und die DDR-Geschichte ungeschminkt aufzeigen. Es muss bewusst gemacht werden, dass es nach Einschätzung der damaligen SED-Führungsspitze für die DDR keine Entwicklungsalternative gab, die SED-Diktatur vor dem Kollaps stand.
Zusätzlich wollen wir dokumentieren wie sich der Prozess der Friedlichen Revolution und die Wiedervereinigung in den Städtepartnerschaften zu Raismes (Frankreich) seit 1962, Herne (Nordrhein-Westfalen) seit 1990, Memmingen (Bayern) seit 1990 und Weinheim (Baden-Württemberg) seit 1990 dargestellt hat. Dieser Aspekt wurde bisher überhaupt noch nicht bearbeitet.

Zeitplan:



Projektpartner:



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