Projektträger:

Deutschland-Nangadef e.V. Projektgruppe Gonnatal
Andreas Sonntag, Sabine Urban
Am Schlossberg 17
06526 Sangerhausen

Telefon: 03477/990990
Fax: 03477 990990

Projektname:


Prävention gegen Gewalt und Menschenfeindlichkeit an Schulen und Freizeiteinrichtungen

Laufzeit:

01.01.2009-31.12.2009

Bewilligte LAP-Mittel:

6.750,00 EURO


Inhalte

"Der Zirkus gibt den Beweis, dass Menschen verschiedener Rassen, Religionen und Nationen sowie Ansichten zusammen arbeiten können, um anderen nicht mehr oder weniger als Freude zu schenken." Papst Guiseppe Roncalli der XXIII.
Diese Erfahrungen haben auch die Organisatoren, Lehrer und pädagogischen Mitarbeiter im Projekt "Internationaler Kinder-Zirkus 2008" mit den Kindern aus 14 Nationen in Sangerhausen gemacht. Noch heute kommen mündliche Rückläufe aus der Pestalozzi-Schule und der Grundschule Süd-West, dass im Zirkus gelernte Verhaltensweisen insbesondere hinsichtlich der Umgang miteinander und Gruppendisziplin noch immer tragen. Beide Schulen (Förderschule und Wohngebiet Süd-West) betreuen verhältnismäßig viele Kinder, deren Elternhäuser bekannt sind für "rechtsextreme Anfälligkeit" bzw. deren rechtextremer Hintergrund belegt ist.
Bei dem Zirkusprojekt sind die pädagogischen Einrichtungen aus Hettstedt lediglich durch den Kinderschutzbund vertreten gewesen. Zwischenzeitlich kamen Nachfragen von den Träger-Elternvereine der Freien Evangelischen Grundschule Hettstedt und der freien Grundschule Riestedt zu den Erfahrungen und Umsetzungsmöglichkeiten aus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Zirkus-Projekt.. Kinder und Jugendliche suchen heute mehr denn je nach Herausforderungen, intensiven Erlebnissen, Echtsituationen und "Grenzerfahrungen". Diesem wachsenden Bedürfnis können die herkömmlichen Schulen immer weniger gerecht werden. Dieser Schnittstelle zwischen traditioneller Schule und jugendlicher Erlebniskultur versuchen diese beiden Ganztags-Schulen nahe zu kommen.
Forschungsuntersuchungen an der Universität Köln, Universität Bremen und an der Martin-Luther-Universität Halle belegen wissenschaftlich die Erfahrungen, dass mit besonderen Elementen der Zirkus- und Theaterpädagogik Sozial-emotionale Entwicklungen (Faustlos-Initiative) gefördert werden.
Aus dem Zirkus entlehnte Spiele und Übungen, w.z.B. Balance, Jonglage und Artistik in Gruppen, führen sehr schnell zur Bildung alters- und entwicklungsadäquate prosoziale Er-Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut. Die Wahrnehmung der Auslöser von Ärger und Verbindung mit dem Gebrauch positiver Selbst-Verstärkungen und Beruhigungstechniken. Entwickelt werden die Fähigkeiten, die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und zu beantworten. Im Sinne der Streitschlichtung wird Interpersonelles kognitives Problemlösen und das Training sozialer Verhaltensfertigkeiten geübt. Das Training sozialer Verhaltensfertigkeiten vermittelt Verhaltensweisen wie "sich entschuldigen" oder "mitmachen", die in verschiedenen sozialen Situationen bewusst von sich aus angewendet werden können und eine Form der Immunität gegen dem widersprechende Normen von außen darstellt.
Mit diesem Projekt soll ein Modell für die pädagogischen Einrichtungen unseres Landkreises erarbeitet werden, welches schnell und auch von "normalen" pädagogischen Mitarbeitern ohne Zirkus- oder Theater- Erfahrung in den eigenen Einrichtungen umgesetzt und langjährig fortgeführt werden kann. Darauf aufbauend lassen sich Wettbewerb und Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen für zukünftige Veranstaltungen, wie z. B. der Interkulturellen Woche, initiieren.

Projektinhalt:

Anknüpfend an dem Bedürfnissen von Kinder und Jugendliche nach Herausforderungen, intensiven Erlebnissen, Echtsituationen und "Grenzerfahrungen", welche auch zielgerichtet von Kräften des Rechtsextremismus genutzt werden (Militär-Lager), sollen in der Freien Schule Riestedt für den Sangerhäuser Umkreis und in der Freien Evangelischen Schule Hettstedt (für den Umkreis Hettstedt und Helbra) ausgewählte Elemente der Zirkuspädagogik jeweils wöchentlich für Schüler und Vertreter der Kooperationspartner angeboten werden. Aus den Bereichen der Balancearbeit, der Jonglage und Gruppen-Akrobatik werden:

- Körpersprache und Kommunikation,
- Bewegungslehre und Körpererfahrung,
- sich aufeinander einstellen und sich gegenseitig zu respektieren,

erlebnisorientiert direkt und zielgerichtet trainiert. Das zielorientierte Arbeiten an Menschenpyramiden oder an ganzen Darbietungen versetzt Schüler in die Lage, sich körperlich, mental und psychosoziale Werte anzueignen was kurzfristig (siehe LAP-Projekt "Internationaler Kinderzirkus 2008") zu folgenden beabsichtigten Ergebnissen führt:
- Selbstwertgefühl und Lebensvisionen entwickeln:

Phantasiereisen stärken die Fähigkeit der Imagination und wirken gleichzeitig ausgleichend, entspannend und harmonisierend. In der entspannten und spielerischen Situation kann das Kind "Vertrauen zu sich Selbst fassen" und "ein eigenes Lebensbild entwerfen". Dieses Lebensbild stärkt das Selbstwertgefühl, das Kind entwickelt eigene Werte, die sich stabilisierend auf seine Entwicklung auswirken.

- Sozial-emotionale Entwicklung (Faustlos-Initiative):

Spiele und Übungen zur Bildung alters- und entwicklungsadäquate prosoziale Er-Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut. Die Wahrnehmung der Auslöser von Ärger und Verbindung mit dem Gebrauch positiver Selbst-Verstärkungen und Beruhigungstechniken. Entwickeln der Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und zu beantworten. Im Sinne der Streitschlichtung Interpersonelles kognitives Problemlösen und das Training sozialer Verhaltensfertigkeiten. Das Training sozialer Verhaltensfertigkeiten vermittelt Verhaltensweisen wie "sich entschuldigen" oder "mitmachen", die in verschiedenen sozialen Situationen angewendet werden können.
Durch die Teilnahme und gesonderte Auswertung der Übungsstunden und Aktionen für die Vertreter der Kooperationspartner können die Grundlagen dieser Elemente der Zirkuspädagogik weitervermittelt werden. Dadurch sollen diese Vertreter in die Lage versetzt werden, die Projektarbeit als Modell wahrzunehmen und in den eigenen Einrichtungen das Projekt individuell nachzugestalten b.z.w. fortzuführen. Dabei soll als motivierendes Ziel ein Auftreten zu den Veranstaltungen 2009, wie z.B. Interkulturelle Woche oder Aktionen und Maßnahmen im Rahmen des LAP 2009, (und eigentlich auch darüber hinaus) fungieren.
Die Umsetzung des Projektes erfolgt unter Anleitung der Diplomsportwissenschaftlerin und Zirkuspädagogin der Firma Zirkus "Rolandos", Anett Simmen in Zusammenarbeit mit dem Lehrer und Diplom-Kriminalisten Andreas Sonntag.

Projektziele:

- Öffentliche Sensibilisierung durch Entwicklung individueller Formen von Immunität gegen Inhalte von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus sowie jeglicher Form von Menschenfeindlichkeit,

- Entwicklung weiterer Elemente für Vernetzung und ressortübergreifende Kooperationen der AkteurInnen pädagogischer Einrichtungen, insbesondere im Hinblick auf zukünftige Aktionen und Maßnahmen, z.B. im Bereich der interkulturellen und multikulturellen Bildung im Landkreis.

- Modellprojekt für die nächsten Jahre zur Fortführung in den pädagogischen und Freizeiteinrichtungen des Landkreises in den nächsten Jahren (neben Schulen die Einrichtungen der Kinderschutz-Bünde und der Jugendclub´s) mit Hinblick auf Wettbewerbs- und Zusammenarbeits-Situationen.

Zielgruppen des Projektes:

Kinder und Jugendliche der Schulen Empfänger des Lehrinhaltes Teilnahme und direkte Rückmeldung, Weiterentwicklung neuer Ideen zum Them
Pädagogische Fachkräfte (Lehrer, Erzieher, Sozialpäd.) Empfänger des Lehrinhaltes, Aktionen in Schulen und Einrichtungen Teilnahem von Multiplikatoren und direkt Rückmeldung sowie Weiterentwicklung neuer Ideen, Organisation und pädagogische Vorbereitung entsprechender Aktionen und Maßnahmen.
Eltern der Kinder- und Jugendlichen Indirekte Empfänger des Lehrinhaltes Wahrnehmung von Aktionen und Maßnahmen

Projektpartner:

Jenaplan-Schule (privatrechtlicher Schulträger ist der Förderverein) Hettstedt,
Kinderschutzbund Mansfelder Land (Eisleben, Hettstedt, Helbra)
Freie Schule (privatrechtlicher Schulträger ist der Förderverein) Riestedt,
Jugendclub Buratino Sangerhausen,



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