Projektträger:

Mansfelder Geschichts- und Heimatverein e. V.,
Herr Dr. Lauenrorh, Frau Dr. Ebruy
Markt 16
06295 Lutherstadt Eisleben

Telefon: 03475-25 00 50
Fax: 034 64-25 00 50

Projektname:


Dokumentation "Von der friedlichen Revolution zur deutschen Einheit in der Lutherstadt Eisleben"

Laufzeit:

01.10.-31.12.2009

Bewilligte LAP-Mittel:

3.877,50 EURO


Inhalte

Wir wollen in der Dokumentation die Entwicklung in der DDR am Ende der 80er Jahre und ihre "Reflexion" auf lokaler Ebene recherchieren und aufzeigen. In der Publikation sollen die Ereignisse in der Lutherstadt Eisleben in dem Zeitraum vom Herbst 1989 bis Mitte 1990 dargestellt werden. Hierbei wollen wir sowohl die regionalen Ereignisse als auch die gesamtnationalen Prozesse aufzeigen und miteinander vergleichen.
Die Kirchen spielten in der friedlichen Revolution eine entscheidende Rolle. Sie waren der Ausgangspunkt der Montags-Friedensgebete, der Ort des Schutzes, aber auch der Ort des Glaubens und der Hoffnung für viele demokratische Menschen in der ehemaligen DDR. In der Lutherstadt Eisleben wurde bereits Mitte Oktober 1989 mit den Friedensgebeten begonnen. Am 12. Oktober, nach den ernsthaften Zusammenstößen zwischen friedlichen Demonstranten und der DDR-Staatsmacht in Leipzig, Berlin, Dresden u. a. Orten, beschlossen alle evangelischen und katholischen Pfarrer der Lutherstadt, mit den wöchentlichen Friedensgebeten zu beginnen.
Am Sonntag, den 15. Oktober 1989, wurden die ersten Friedensgebete in den Kirchen Eislebens gehalten. Diese ersten Friedensgebete wurden von den Organen der Staatsmacht Eislebens überwacht, Teilnehmer wurden fotografiert, Kampfgruppen lagen in Alarmbereitschaft.
Am 3. November 1989 wurde in der Petrikirche das "Neue Forum" gegründet. Anschließend fand die erste Demonstration mit etwa 700 Teilnehmern in Eisleben statt.
Am 8. November 1989 wurde der erste "kirchliche Runde Tisch" im katholischen Pfarramt durchgeführt. Vertreter aller Blockparteien, der SPD, vom Neuen Forum und den beiden Kirchen waren anwesend. Vertreter der SED waren ausgeschlossen. Mitte November gründete Pfarrer Rockmann in Eisleben die erste Ortsgruppe der SPD. Am 11. November wurde eine "Untersuchungskommission" in Eisleben eingesetzt. Am 12. November 1989 wurde in Eisleben ein "runder Tisch" beim Rat des Kreises installiert, der sich vor allem mit Amtsmissbrauch und Korruption beschäftigte. Den damals aktiven Teilnehmern der Friedlichen Revolution soll die epochale und historische Bedeutung der damaligen Ereignisse bewusst gemacht werden. Wir möchten den Menschen unserer Region die historische Chance aufzeigen, die sich in diesem Prozess bot, die durch den Krieg entstandenen beiden deutschen Saaten zu vereinen. Die Aussage von Willy Brandt "Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört" soll aus der Sicht der Lutherstadt Eisleben dargestellt werden.
Der heranwachsenden Jugend wollen wir durch ihr aktives Mitwirken demonstrieren, welche Chancen sich auch für die Menschen in unserer Region durch die deutsche Einheit boten und bieten, die durch die Friedliche Revolution ermöglicht wurde.
Zugleich wollen wir offen dem "Mythos DDR" entgegenwirken. Nach Einschätzung der damaligen SED-Führungsspitze (Politbüro) gab es für die DDR keine Entwicklungsalternative, die SED-Diktatur stand vor dem Kollaps.
Wir wollen auch dokumentieren, wie sich der Prozess der Friedlichen Revolution und die Wiedervereinigung in den Städtepartnerschaften zu Raismes (Frankreich) seit 1962, Herne (Nordrhein-Westfalen) seit 1990, Memmingen (Bayern) seit 1990 und Weinheim (Baden-Württemberg) seit 1990 dargestellt hat, wobei wir diesen Projektinhalt im Jahr 2010 umsetzen möchten.

Zeitplan:

Oktober/November:

- Materialsammlung in Archiven u. a. O.
- Erarbeitung der Fragebo-gen für u. mit den Schülern
- Befragung von Zeitzeugen durch die Schüler
- Auswertung der Fragebogen
- Materialsammlung in den Partnerstädten

Projektpartner:

Landkreis Mansfeld-Südharz
Koordinierungsstelle LAP
Bündnis für ein verantwortliches Miteinander Mansfeld-Südharz
Netzwerk Jugend
Evangelische und katholische Kirche in Eisleben
Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt
Netzwerk für Demokratie und Toleranz Sachsen-Anhalt
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Konrad-Adenauer-Stiftung
Die politischen Parteien
Martin-Luther-Gymnasium Lutherstadt Eisleben

Partnerstädte

Raismes (Frankreich),
Herne (Nordrhein-Westfalen),
Memmingen (Bayern),
Weinheim (Baden-Württemberg)
Lutherstadt Eisleben


Impressum