Projektträger:
Gesellschaft für Lebensorientierung - LEO e.V.
06536 Bennungen, Breite Str.72,
Telefon: 034651 32768
Projektname:
"Ein Land - viele Gesichter"
Laufzeit:
01.07.-30.11.2008
Bewilligte LAP-Mittel:
2664,00€
Inhalte
Das Projekt ist in mehrere Phasen gegliedert:
Am Anfang stehen Vorträge über die Geschichte des Volkes Israel von der Zerstörung des Tempels im 1. Jh. und der
darausfolgenden Zerstreuung in alle Welt, den wiederkehrenden Antisemitismus in verschiedenen Formen, die
Staatsgründungsbestrebungen des 19.Jhs, die Völkerrechtliche Positionierung ab 1910 über die Gründung des Staates
Israel bis heute. Die Vorträge werden von einem Israeli gehalten, Träger des Bundesverdienstkreuzes für Völkerverständigung.
Vortragsorte:
Gymnasien und/oder Kirchen oder Jugendzentren der Umgebung (wenn möglich: Sangerhausen, Kelbra und Eisleben).
Termin: 7.-10. Juli
Nach den Vorträgen und der Diskussion können sich Schüler für die Weiterführung des Projekts melden. Es folgt:
Nach den Sommerferien: 4 Projekttage:
1. Projekttag: Vielfalt
Treffen der Projektgruppe im Birkenhof Bennungen. Beschäftigung mit dem Vielvölker- und Vielkulturenstaat Israel:
hier leben Personen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern, werden eine Vielzahl von Sprachen gesprochen und neben
den großen Weltreligionen Christentum, Islam und Judentum existieren viele kleinere Religionsgruppen wie z.B. Drusen.
Dabei ist das Land von seiner Fläche nicht größer als Sachsen-Anhalt und zu ca. 2/3 von Wüste überzogen und nicht bewohnbar.
Was eint dieses Land? Wie kommen die verschiedenen Gruppen miteinander aus? Wo gibt es Probleme?
Warum wurde Palästina zum Einwanderungsland?
Gemeinsamer Einstieg ins Thema mit Einführungsvortrag.
Bearbeitung des Themas unter Anleitung durch inhaltliche und künstlerische Auseinandersetzung - jeder Projektteilnehmer
gestaltet selbständig ein Element in Ton. (Brennen und Nachbereiten ist Nacharbeit der Keramikerin bzw. der
Mitarbeiter des Vereins)
Da max. 10 Personen gleichzeitig mit Ton arbeiten können, wird die Gruppe geteilt.
Parallel zur Werkstattarbeit wird gemeinsam gekocht und/oder gebacken. Eine dritte Gruppe kann tiefergehende
Themenrecherche und Bearbeitung durchführen.
Zusammentragen der Ergebnisse. Gemeinsames Essen.
Betreuung:
- Regine Hartkopf, Architektin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein - Gesamtleitung
- Elisabeth Ritter, Mitglied des Vereins, Küche
- Regina Bernstein, freiberufliche Keramikerin, künstlerische Betreuung Werkstattprojekt - Honorarkraft
- Birgit Patzschke, Gemeindepädagogin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein (nach Bedarf)
- Bernhard Ritter, Vorsitzender des Vereins, Vortrag (nach Bedarf)
2. Projekttag: Judentum
Treffen der Projektgruppe im Birkenhof Bennungen. Beschäftigung mit der Vielfalt der jüdischen Kultur - in Israel
leben hauptsächlich säkulare Juden, Judentum gelebt in Kibbuzimen, orthodoxe Juden, ultraorthodoxe Juden...
Nachspüren der Frage: was ist unserer Gesellschaft mit dem Holocaust verloren gegangen? Wer waren diese Juden,
die heute nicht mehr da sind? Mit dem Verlust dieser Vielfalt - fehlt uns da vielleicht etwas?
Bearbeitung des Themas ähnlich Vorwoche:
Gemeinsamer Einstieg ins Thema mit Einführungsvortrag.
Bearbeitung des Themas unter Anleitung durch inhaltliche und künstlerische Auseinandersetzung - jeder Projektteilnehmer
glasiert und gestaltet die Arbeit der Vorwoche (erneutes Brennen und Nachbereiten ist Nacharbeit der Keramikerin bzw.
der Mitarbeiter des Vereins)
Da max. 10 Personen gleichzeitig glasieren können, wird die Gruppe geteilt. Parallel zur Werkstattarbeit wird
gemeinsam gekocht und/oder gebacken. Eine dritte Gruppe kann tiefergehende Themenrecherche und Bearbeitung durchführen.
Zusammentragen der Ergebnisse. Gemeinsames Essen.
Betreuung:
- Regine Hartkopf, Architektin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein - Gesamtleitung
- Elisabeth Ritter, Mitglied des Vereins, Küche
- Regina Bernstein, freiberufliche Keramikerin, künstlerische Betreuung Werkstattprojekt - Honorarkraft
- Birgit Patzschke, Gemeindepädagogin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein (nach Bedarf)
- Bernhard Ritter, Vorsitzender des Vereins, Vortrag (nach Bedarf)
3. Projekttag: Synagoge Eisleben
Treffen der Projektgruppe im Birkenhof Bennungen. Zusammenfügen der gestalteten Einzelteile der Vorwochen zu einem
künstlerischen Ganzen - Auswertung der Arbeit. Noch einmal die Frage: Worüber definiert sich eine Gemeinschaft?
Was brauchen wir um miteinander auszukommen oder gar zusammenzuleben?
Gemeinsames Essen.
Danach: Besuch der Synagoge in Eisleben. In diesem Zusammenhang: sammeln und Zusammentragen von Zeugnissen
jüdischen Lebens in unserem Umfeld.
Betreuung:
- Regine Hartkopf, Architektin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein - Gesamtleitung
- Elisabeth Ritter, Mitglied des Vereins, Küche
- Regina Bernstein, freiberufliche Keramikerin, künstlerische Betreuung Werkstattprojekt - Honorarkraft
- Birgit Patzschke, Gemeindepädagogin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein (nach Bedarf)
- In Eisleben: Zusammenarbeit mit einem Mitarbeiter des Vereins.
4. Projekttag: Jüdisches Museum Berlin
Besuch des jüdischen Museums in Berlin. Auseinandersetzung mit deutscher jüdischer Kultur. Führung durch einen
Museumsmitarbeiter.
Frage: Wie kam es zur Rassenthese? Wie wurde die Ausrottung der deutsch-jüdischen Kultur vorbereitet - warum
gab es viel Zuspruch und noch mehr Ignoranz gegenüber der Ausgrenzung und später Vertreibung und Vernichtung von Juden?
Warum ist das heutige Leid der Palästinenser unter keinen Umständen mit dem Holocaust vergleichbar?
Betreuung:
- Regine Hartkopf, Architektin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein - Gesamtleitung
- Elisabeth Ritter, Mitglied des Vereins
- Birgit Patzschke, Gemeindepädagogin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein (nach Bedarf)
Am Ende der 4 Projekttage steht neben der Beschäftigung mit o.g. Fragen und Themen ein gemeinsam gestaltetes Werkstück
zur Ausstellung. Dieses kann an den Schulen der vor- und ausgestellt werden.
Über die Vorträge und die 4 Projekttage hinaus ist Ziel, mit möglichst vielen der Jugendlichen im Winter 2009
eine Studienreise nach Israel durchzuführen. Bei dieser Reise sollen verschiedenste Bereiche israelischen Lebens
heute kennengelernt werden: moderne Kultur und Weltzentren von Forschung und Entwicklung in Tel Aviv und Haifa,
Kreuzfahrerorte z.B. Akko, römische Kulturzeugnisse z.B. in Cäsarea oder Bet Shean, Lebensformen in Drusen- und
Beduinengebieten sowie arabischen Dörfern, Jüdisches Leben im Kibbuz, Besuch einiger altbiblischer und christlicher
Kulturstätten, Jerusalem als Zentrum der großen Religionen der Welt mit jüdischem, arabischem, christlichem und
armenischem Viertel. Besuch von Yad Vashem, Betlehem als Beispiel palästinensischen Lebens.
Besuch von Galiläa, der Wüste Juda, des Toten Meeres. Beobachtung und Bewertung von Ressourcen und Knappheit im Land.
Ziel der Reise ist es, zu ERLEBEN, wie vielfältig israelisches Leben heute ist, sowie der positiven Dynamik dieses
Landes nachzuspüren.
Reiseleitung und -begleitung: Motke Shomrat, Regine Hartkopf
Die geplante Reise wird im Förderantrag nur benannt und nicht beantragt, da Reisekosten nicht förderfähige Kosten sind.
Ziel des Projektes "Ein Land - viele Gesichter" ist es, über die Beschäftigung mit Israel die eigene
Toleranzspanne und eigene Bewertungsmaßstäbe zu hinterfragen. Darüber hinaus soll vermittelt werden,
dass vor jeder Beurteilung gründliche Information stehen sollte. Ziel ist es auch, vorsichtiger mit der
Verurteilung Andersdenkender umzugehen und zu üben, den Betrachterstandpunkt zu wechseln.
Das Beispiel des Staates Israel ermöglicht die Zuspitzung der Diskussion auf sehr krasse Gegensätze.
Der scheinbare Abstand dieses Konflikts zum Lebensalltag der Jugendlichen gibt diesen Freiraum, sich
unvoreingenommen an der Diskussion zu beteiligen (es geht eben nicht um den Kumpel, dem die Rechten einen
Zahn ausgeschlagen haben)
Gleichzeitig wird aber auf unsere Verantwortung als Deutsche in einer globalisierten Welt zu sprechen kommen,
die sich aus der ganz eigenen Geschichte unserer deutschen Kultur ergibt.
Teilnehmerzahl geplant:
Projektpartner
Gesellschaft für Lebensorientierung in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Bennungen:
- Regine Hartkopf, Architektin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein - Gesamtleitung
- Elisabeth Ritter, Mitglied des Vereins, Küche
- Birgit Patzschke, Gemeindepädagogin, ehrenamtliche Mitarbeit im Verein (nach Bedarf)
- Bernhard Ritter, Vorsitzender des Vereins, Vortrag (nach Bedarf)
Durchführung der Arbeit vor Ort bzw. Organisation des Projekts
Motke Shomrat, Israeli, Dozent für israelische Geschichte und Reiseleiter - Durchführung der Vorträge im Juli und
Führung der Reisegruppe Winter 2009.
Regina Bernstein, freiberufliche Keramikerin, künstlerische Betreuung des Werkstattprojekts
Nachhaltigkeit ist hier im Sinne von Qualitätssicherung gegeben. Die Umsetzung von Konfliktthemen in eine selbst
hergestellte Materie hat das Potential neuer Ebenen der Beschäftigung - solche Methoden prägen sich tief und
langfristig ein, besonders da das künstlerische Endergebnis als Ausstellungsobjekt dann gezeigt werden kann.
Im Gymnasien Kelbra, Sangerhausen, Eisleben - so weit wie möglich werden dort Vorträge stattfinden, aus denen sich die
Projektgruppe generiert. Im Nachgang des Projekts kann an den Schulen das Tonkunstwerk ausgestellt und das Projekt
vorgestellt werden.
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