Projektträger:
GSG - Gesellschaft für Sanierung und Strukturentwicklung Mansfelder Land mbH
Herr Peter Edel
An der Hütte 2
06311 Helbra
Telefon: 034772/84301
Fax: 034772/84302
Projektname:
Theaterabend am 8. 11. 2010 aus Anlass der Pogromnacht
Laufzeit:
01.09.2010 bis 31.12.2010
Bewilligte LAP-Mittel:
1539,83 €
Projektinhalte
Das Teilprojekt des Fördervereins Synagoge Eisleben e.V. : Theaterabend am 8. 11. 2010 aus Anlass der Pogromnacht
Landesbühne Sachsen-Anhalt in L.Eisleben, An der Landwehr
Foyer-Theater (bis zu 100 Plätze)
Robert Kreis war bereits vor einigen Monaten zu Gast in der Landesbühne und sein Liederabend war sehr gut besucht.
Für den genannten Termin wurde ausgewählt:
Verehrt, Verfolgt, Vergessen - eine Hommage an jüdische UnterhaltungskünstlerInnen
Ein lebendiges Denkmal - oder vielmehr ein "Hörmal und Sehmal" hat Robert Kreis mit seinem Programm "Verehrt,
verfolgt, vergessen" all denjenigen jüdischen UnterhaltungskünstlerInnen aus den 20er und 30er Jahren gesetzt,
die damals hoch gelobt, im Nationalsozialismus verfolgt und zur Emigration gezwungen oder ermordet wurden und heute
nahezu unbekannt sind. "Doch das Nachforschen lohnt sich, ist notwendig, nicht um anzuklagen, sondern um sich
zu erinnern, festzuhalten", (8*) schreibt Ulrich Liebe in seinem Buch, das den gleichen Titel trägt wie die
Veranstaltung und von dem sich Robert Kreis hat inspirieren lassen. ...
Mit seiner musikalisch-kabarettistischen Reise lässt Robert Kreis eine verschüttete Welt wiederauferstehen:
Berlin, Hamburg und Wien in der Aufbruchstimmung nach dem 1. Weltkrieg, in der Rezession, in den 20er und
beginnenden 30er Jahren. Eine Welt, in der die Unterhaltungsmusik und das Kabarett zu einem Höhepunkt gelangten,
eine Welt voll von jüdischen SängerInnen, KabarettistInnen, SchauspielerInnen und Conferenciers. Sie waren
es, die die Kleinkunstbühnen maßgeblich mitbestimmten mit Chansons voller Wärme und Urbanität, die dem Leben,
der Liebe und der Großstadt huldigten, sie waren es, die mit satirischen, sozialkritischen Kommentaren das
Alltagsleben durchleuchteten. Ihr feinsinniger Humor und scharfsinniger Blick, die den Alltag auf die Schippe
nahmen, prägte das Unterhaltungsprogramm der Zwischenkriegszeit. "Wie konnte es geschehen, dass man sie zuerst
nicht mehr spielen und schließlich nicht mehr leben ließ?" (8), fragt Ulrich Liebe in seinem Buch. Kaum jemand,
der fragte, als die einst so beliebten KünsterInnen, über Nacht verschwanden, niemand der protestierte. Diesen KünstlerInnen huldigt das Programm, das Robert Kreis zusammengestellt hat. Mit seinem abwechslungs- und temporeichen Auftritt im Jüdischen Museum ließ er sie erneut im Rampenlicht erstrahlen.
Künstler wie Kurt Gerron und Fritz Grünbaum "kommen hier zu Wort".
Das knapp 2-stündige Programm hat eine Festgage von 2.500,00 Euro + 7% MwtSt (laut vorliegendem Vertragsangebot).
Gemeinsam mit der Landesbühne soll somit an diesem denkwürdigen Tag (dem dann bereits ein Gedenken an der Gedenktafel
an der Andreaskirche und das Verlegen von 3 STOLPERSTEINEN für eine jüdische Familie in Eisleben voraus gingen)
den verfolgten jüdischen KünsterInnen ein musikalisches Denkmal gesetzt werden.
Die Bewerbung dieser Veranstaltung wird über die L. Eisleben hinaus und unter Zusammenarbeit mit Vertretern
von "Sangerhausen bleibt bunt" teilweise gemeinsam erfolgen. Dazu werden die Kontakte nach Bewilligung der
Maßnahme umgehend hergestellt und die notwendigen Werbemittel seitens des Vereins bereitgestellt.
Gleichzeitig werden auch Chöre und Musikschulen dazu speziell eingeladen.
Die Eintrittskarten werden entsprechend zu einem Preis verkauft, der nach Abzug der Fördersumme die Kosten
deckt (z.B. 10,00 Euro bei 100 verkauften Karten).
Der Vereinselbst wird einen entsprechenden Musikträger erwerben, damit auch später z.B. interessierte
Musiklehrer darauf zurückgreifen können.
Mit diesem Projekt wird ein Stück deutscher Musikgeschichte aufgegriffen und den Menschen heute Näher gebracht.
Gleichzeitig wird damit auch die Frage berührt, wie es möglich war, dass während der NS-Zeit Mitmenschen so
gleichgültig gegenüber dem Terror ihrer jüdischen Mitmenschen sein konnten.
Projektpartner
Verein der Vietnamesen Mansfeld Südharz und Umgebung e.V. ,
Mai Van Tuan , Steinberger Weg 6D, 06295 Sangerhausen
FV Alte Synagoge Eisleben e.V.
Rüdiger Seidel , Clara -Zetkin-Str. 68, 06295 L. Eisleben
Streetworker
Sabine Skerka , Markt 1, 06395 L. Eisleben
DKSB Mehrgenerationenhaus
Daniela Liedmann, Pestalozzistr. 31 , 06295 L. Eisleben
Verein für Integration, Beschäftigung und Soziales e.V.
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