Die Lutherstadt Eisleben auf dem Weg zu gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz

Die Bündnismitglieder in der Lutherstadt Eisleben sehen ihre Hauptaufgabe darin, einen Beitrag zu leisten für die Integration ausländischer MitbürgerInnen, vor allem der Kinder und Jugendlichen, insbesondere durch gemeinsame Aktivitäten und spezifische Informations- und Aktionsangebote. Hier ist festzustellen, dass sich i.V.m. den bisherigen Aktivitäten Reichweite und Ergebnisse der Arbeit kaum noch verbessern lassen, wenn nicht auch zusätzliche finanzielle Unterstützung geleistet werden kann, um neue innovative Projekte anzuschieben.
In der Region leben vor allem Menschen aus Vietnam, aus der Türkei und vereinzelt dem sonstigen arabischen Raum, aus Ex - Jugoslawien und dem Kosovo, aus Afrika (vorrangig aus Mosambique) und die Spätaussiedler aus den GUS-Staaten.
Die Projekte orientieren künftig auf eine verstärkte Aktivierung und damit Einbeziehung dieser Migranten/-innen einerseits und andererseits auf Aufklärungsarbeit über die besondere Lebenssituation dieser Menschen, damit die deutsche Bevölkerung sachkundig und kompetent das friedliche miteinander Leben aktiv fördert. Auf diesem Weg sehen wir langfristig gute Chancen, dass nationalistisches und faschistisches Gedankengut seine Grundlagen verlieren. Dies auch aus der Sorge heraus, da NPD-Mitglieder in den neuen Kreistag eingezogen sind, dass sich deren Anhänger aus der Sotterhäuser und Gerbstedter Szene hier verstärkt Gehör verschaffen könnten.
Wir wollen auf der Ebene der täglichen Begegnungen die Menschen erreichen, aufeinander aufmerksam machen und zu gemeinschaftlichem, solidarischen und demokratischen Handeln ermutigen und sie dabei begleiten. Besonders jene jungen Menschen, die zwar nicht in (rechts)-extremistischen Parteien /Organisationen verankert sind, aber tendenziell - auf Grund ihrer Bildungsdefizite und familiären Verhältnisse - mit diesen sympathisieren, wollen wir Alternativen bieten. Damit sind die Projekte so auszugestalten, dass Bildung, gemeinsame Aktivitäten und die Übernahme gegenseitiger Verantwortung bewusst gefördert und begünstigt werden. Dies soll vor allem mittels konkreter und längerfristiger Aufgabenübertragung an die hier beschriebene Gruppe junger Menschen geschehen, aber auch in gleicher Weise durch Integration (junger) Migranten und/-innen als Akteure in den Projekten. In Zusammenarbeit mit dem hier ansässigen Synagogenverein werden schwerpunktmäßig neue, moderne Bildungsangebote entwickelt, um den Antisemitismus weiter zurückzudrängen.
Somit begründet sich auch die Zielstellung und damit der Arbeitstitel des gestellten Antrages auf Förderung eines Makroprojektes:

" Die Lutherstadt Eisleben auf dem Weg zu gegenseitiger Toleranz und Akzeptanz"

Diesem Ziel sind alle Projektideen des Jahres 2007 untergeordnet. Jene, welche schon über mehrere Jahre (bis 2010) konzipiert sind und jene, die punktuell stattfinden. Wichtig bei allen Projekten ist es uns, dass wir die lokal und regional vorhandenen Ressourcen und Kräfte bündeln und gegenseitig davon partizipieren, z. B. auch i.V.m. dem hiesigen lokalen Familienbündnis oder den Initiativen der übrigen Bündnispartner. Das bedeutet auch, dass wir nach Möglichkeit unsere Aktionen, ggf. auch zeitgleich koordiniert, z.B. mit jenen in der Sangerhäuser Region gestalten, bzw. uns dort beteiligen, wie an der Auftaktveranstaltung am 21.7.07. mit speziellen Programmteilen (z.B. Mehrgenerationenhaus des Kinderschutzbundes) und an der Aktion "Kraniche fliegen" am Weltfriedenstag (Parallelprogramm mit Kindergartenkindern in der Lutherstadt Eisleben). Inhaltliche Ergänzungen finden Sie in den Anlagen zu den Teilprojekten.