Interkulturelles Projekt für junge zugewanderte, bilaterale und einheimische Familien
Inhalte
Unser Projekt ist für eine Laufzeit von 6 Monaten geplant. Das Projekt wird sich aus 3 Modulen zusammensetzten.
Adressaten des Projektes sind junge zugewanderte, einheimische und bilaterale Familien der Region mit Kindern
im Grundschul- bzw. KITA- Alter. In unserem Projekt sehen wir die Kinder als Chance mit einer Vorbildwirkung
für uns alle. Kinder im Elementar- und Grundschulbereich wissen nichts über Vorurteile und Klischees. Dieses
Verhalten lernen sie von ihren Eltern bzw. dem Umfeld in dem sie aufwachsen. Sie sind neugierig und interessiert
Fremden gegenüber. Uns ist es wichtig, dass diesen Kindern ihre Unvoreingenommenheit erhalten bleibt, und die
Eltern durch ihre Kinder erleben, wie ein Umgang miteinander frei von Befangenheit passieren kann.
Nachbarschaftshilfe, Multiplikatoren, Elternarbeit sind die Schlagworte, die sich durch unser Projekt ziehen
werden. Durch Workshops und Seminare möchten wir erreichen, dass die Teilnehmer sich für die Belange der
Migranten stark machen, die Fähigkeit erlangen zwischen verschiedenen nationalen Gruppen zu vermitteln und
Ansprechpartner sind, was z.B. Probleme und Missverständnisse innerhalb der KITA, Hausgemeinschaft u. a. m.
betrifft. Weiterhin arbeiten wir im Verlauf des Projekts darauf hin das sich die teilnehmenden Eltern in
den Einrichtungen bzw. Schulen ihrer Kinder einbringen, sich eventuell an der Organisation verschiedener
Schulaktionen beteiligen und ihr Wissen hinsichtlich ihrer Kultur der Schule zur Verfügung stellen.
Vorbereitung: Geplant ist dieses Projekt für ca. 8 Familien, das entspricht in etwa 25 bis 30 Personen.
Dabei spielt es keine bedeutende Rolle wie sich die einzelnen Familien zusammensetzten. Unsere Zielgruppe
finden wir durch persönliche Kontakte, Empfehlungen, Flyer u. ä. Besondere Voraussetzungen müssen
durch unsere Teilnehmer nicht erfüllt werden, allerdings sollte den Teilnehmern der Umgang mit der deutschen
Sprache nicht neu sein. Freiwilligkeit und das Interesse an Begegnung mit anderen Familien sind Grundlage
für eine erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens. Organisation und Koordinierung des Projekts werden in den Räumlichkeiten des
JMD Sangerhausen stattfinden. Die Module möchten wir im Verlauf des Projekts ausgliedern und nicht in
Sangerhausen durchführen, sondern zum Teil als Bildungsfreizeit bzw. Tagesveranstaltungen einplanen.
Die Notwendigkeit einer Ausgliederung ist dadurch zu erklären, dass es sich hierbei um ein Familienprojekt
handelt, und wir den Familien auch Elternzeit geben möchten, ohne die alltäglichen Verpflichtungen und
Aufgaben. Des Weiteren ist auch die Betreuung der Kinder während eines Workshops optimal abgesichert.
Dadurch ergeben sich ideale Voraussetzungen für ein intensives miteinander arbeiten.
Modul 1-
"Eine Welt der Vielfalt" Interkulturelle Bildung als Voraussetzung für ein demokratisches
und offenes Miteinander Dieses Modul stellt die Grundlage für eine erfolgreiche Durchführung unseres
Projekts dar. Das erste Modul beinhaltet die Vorbereitungsphase für die Gruppe, vermittelt die kommenden
Aufgaben und legt Rahmenbedingungen und Ziele fest. Für den Zeitraum eines Wochenendes möchten wir
durch interkulturelle Workshops, Seminare und kurze Theorieinputs auf kulturelle Unterschiede und
Gemeinsamkeiten eingehen, Werte und Normen diskutieren, Klischees und erste Eindrücke überwinden,
verschiedene Lebensformen und Migrationsmotive kennen lernen. Weiterhin werden Erziehungsziele,
die im Alltag umgesetzt werden sollen formuliert. Zwei MitarbeiterInnen werden kleine interkulturelle
Workshops und Beschäftigungen für die Kinder des Elementar- und Grundschulbereichs zusammenstellen
(z.B. Obstworkshop, Collage gestalten, Länderkunde…) In unserem Familienprojekt legen wir neben der
Teilnahme an altersgetrennt organisierten Teilabschnitten auch Wert auf Familienzeit. Das bedeutet,
dass wir Raum geben möchten, dass sich die Familien kennen lernen, sich Vertrauen entwickelt und
eventuell neue Freundschaften entstehen. Gemeinsame Familienaktionen und Bildungsabschnitte sind
fest in unserem Projekt verankert. Dieses Modul möchten wir aus Sangerhausen auslagern und in einem entsprechenden Seminarhaus
durchführen, um optimale Voraussetzungen für eine konzentrierte und intensive Zusammenarbeit
zu bieten.
Modul 2- Interkulturelle Kommunikation Das zweite Modul ist als Tagesveranstaltungen
für einen zeitlichen Rahmen von 2x 8 Stunden geplant und baut auf dem ersten Teil des Projekts auf.
Die Teilnehmer werden lernen das im ersten Teil Gelernte und Gehörte kommunikativ umzusetzen.
Im Besonderen konzentrieren sich die Übungen auf Kommunikation und Sprachtraining. Wie bereits
erwähnt sollen unsere Teilnehmer als Multiplikatoren und Vermittler tätig werden. Voraussetzungen
dazu werden durch diese Workshops vermittelt. Übungen zur Steigerung des Selbstwertgefühls und
Selbstbewusstseins sind weiterer wichtiger Inhalt des Moduls. In diesem zweiten Teil des Projekts
möchten wir die erwachsenen Familienmitglieder auch intensiv auf ihre zukünftige Aufgabe als
Multiplikatoren vorbereiten. Wir möchten im Rahmen einer kleinen Ideenwerkstatt LeiterInnen,
interessierte LehrerInnen und MitarbeiterInnen aus KITAs und Grundschulen einladen, um mit den
Teilnehmern Ideen und Angebote planen, die gemeinsam umgesetzt werden können, und in denen sich
unsere Teilnehmer wieder finden. (Partizipation der TN) Des Weiteren wird im zweiten Modul auf
Rollenverhalten und die allgemeine Geschlechterproblematik im Alltag eingegangen. Welche Rolle
übernimmt der Mann bzw. die Frau im Familienalltag? Warum verhält Mann/ Frau sich in bestimmten
Situationen genau so und nicht anders? Gegenseitige Rücksichtnahme und Verantwortung füreinander
oder auch das Teilen von alltäglichen Aufgaben im Familienalltag werden unter Berücksichtigung der
kulturellen Unterschiede behutsam als Seminarinhalt an die erwachsenen Teilnehmer weitergegeben.
Auch das zweite Modul ist in seinem Aufbau so strukturiert, dass Eltern und Kinder zum Teil
getrennt voneinander Lerninhalte vermittelt bekommen, aber auch gemeinsame Zeit verbracht wird.
Zwei MitarbeiterInnen werden wieder die Betreuung der Kinder übernehmen und kindgerechte interkulturelle Angebote unterbreiten.
Ideale Voraussetzungen bietet für diesen zweiten Teil des Projekts der Jugend- und Schulbauernhof Othal.
Modul 3- Abschluss und Auswertung Im letzten Teil des Projekts möchten wir erfahren, in wieweit das
Erlernte und Erfahrene im Wohnumfeld bzw. den entsprechenden Kindereinrichtungen/ Schulen von den
Teilnehmern umgesetzt werden konnte. Welche Gespräche wurden geführt? Gab es vorurteil- und
klischee- beladene Konflikte in denen vermittelt werden konnte? Welche Projekte werden in den
Einrichtungen angestrebt? Hat sich im eigenen Familienalltag etwas verändert? Wo gibt es noch
offenen Fragen, bzw. Klärungsbedarf? Geplant ist, das 3. Modul als Tagesveranstaltung im
Schullandheim Hainrode durchzuführen. Neben der Reflexion und Evaluation der Teilnehmer
wird eine letzte Übung, "Patchwork der Kulturen", mit interkulturellem Lerninhalt durchgeführt.
Jede Familie wird eine Collage gestalten, um so ihren kulturellen, persönlichen und sozialen
Hintergrund auszudrücken. Durch das zusammenfügen der einzelnen Beiträge entsteht in der
Gruppe das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Die einzigartigen Collagen der einzelnen Familien
fügen sich zu einem neuen einzigartigen Werk zusammen.